[Hörbuch-Rezension] Juliane Sophie Kayser – How I Met Your Grandfather: Oder warum es sinnvoll sein kann, Hackenschuhe zu tragen

Holocaus ist ein Thema des Buches von Julia Sophie Kayser un How I met your grandfather oder warum es sinnvoll sein kann Hackenschuhe zu tragen

 Klappentext:

Zwei moderne Erzählungen: eine über eine außergewöhnliche Freundschaft, die durch einen verrückten Zufall zustande kam. Die andere fällt in die Gattung historischer Prosa und spielt Ende der 60-er Jahre in New York. Die Pianistin Zhana Minasyan spielt dazu Klavierstücke von Mompou, Chopin und Debussy.

Cover & Titel:

Das Cover an sich gefällt mir sehr gut. Nur denke ich beim Anblick des Covers eher an eine leichte und lustige Kurzgeschichte. Eher etwas in Richtung Sophie Kinsella. Eine Frau passiert ein Missgeschick durch ihre Absätze und lernt ihren Traummann kennen – oder sowas in der Art.
Da der Inhalt aber eher zum Nachdenken anregt und ein ernstes Thema anspricht, finde ich das Cover nicht passend zum Inhalt.

Meine Erwartungen:

Aufgrund des Covers habe ich ein eher lustiges und leichtes Buch erwartet und freute mich auf zwei lustige Kurzgeschichten.

Meine Meinung zum Buch:

Mit meinen Erwartungen lag ich völlig falsch. Denn es waren zwei Kurzgeschichten, in denen es um den Holocaust ging und um die Frage an den Glauben an Gott. Also nichts mit lustig oder leicht. Eher traurig und Themen die zum Nachdenken anregen.
Allerdings war so gar nicht meins. Hätte ich gewusst, um was es da geht, hätte ich bei der Blogtour wahrscheinlich nicht mitgemacht.
Daher fällt es mir auch wirklich schwer die Hörbücher zu bewerten. Und egal welche Bewertung ich geben würde, wäre sie nicht gerechtfertigt und höchstwahrscheinlich auch nicht fair. Daher lasse ich in diesem Fall die Bewertung einfach weg.Was mir allerdings gar nicht gefallen hat war die Musik im Hintergrund in Kombination mit der Stimme und der Art des Lesens von Juliane Sophie Kayser. Durch How I met your grandfather habe ich mich wirklich durchquälen müssen. Zumal ich mir vorher die geschichtlichen Zusammenhänge und die zu dieser Zeit aktuellen Einstellungen und Denkweisen noch mal durchlesen hätte müssen. Klar weiß ich was der Holocaust war, aber eben nicht alles im Detail. Hier fehlten mir ein paar Hintergrundinformationen, um es besser einordnen zu können. Denn einfach mal so nebenbei wurde mir die ganze Aussage der Kurzgeschichte nicht klar.

Ähnlich erging es mir bei Schattenwasser. Hier war die Stimme und die Art des Lesens durch Tessa Mittelstaedt zwar wesentlich angenehmer, doch ich wag es zu bezweifeln, dass ich die wirkliche Aussage der Kurzgeschichte verstanden habe.

Für die beiden Kurzgeschichten müsste man sich wirklich mal zeitnehmen und diese ein bisschen tiefer analysieren,

Sprecher:

Die Stimme von Juliane Sophie Kayser ist eigentlich wirklich schön, auch für Hörbücher. Nur in der Kurzgeschichte hat sie mir nicht gefallen. Ich kam mit der Art und Weise des Lesens einfach nicht klar.
Da gefiel mir das Lesen von Tessa Mittelstaedt viel besser. Sie war frischer und klang ein bisschen mitreißender. Für den Inhalt können ja beide Stimmen nichts.

FazitHistorische Kurzgeschichten zum Holocaust.

Hörprobehier klicken

Details zum Buch:

  • Autor: Juliane Sophie Kayser
  • SprecherinJuliane Sophie Kayser und Tessa Mittelstaedt
  • Verlag Nova MD
  • Genre: Historischer Roman, Anthologien, Kurzgeschichten
  • Länge: 55 Minuten
  • Erschienen am: 15.09.2017
  • ISBN Hörbuch: 978-3961113743
  • Preis Hörbuch: 5,99

Über die Autorin/Sprecherin

Deutsch-amerikanische Autorin, die sich in der Menschenrechts-Organisation IJM (International Justice Mission) im Kampf gegen moderne Sklaverei engagiert. Sie leitet Workshops in kreativem Schreiben für Kinder. Die Pianistin Zhana Minasyan spielt zu den Erzählungen Mompou, Chopin und Debussy.Kaufen:

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[Hörbuch-Blogtour] Außergewöhnliche Freundschaften – Interview mit Juliane Sophie Kayser

Passend zur Blogtour und zum Buch findet ihr hier ein Interview mit der Autorin Juliane Sophie Kayser. How I met your Grandfather

Hallo ihr lieben,

heute darf ich euch als erstes zur Hörbuch-Blogtour „Außergewöhnliche Freundschaften“ willkommen heißen.
In den nächsten Tagen könnt ihr auf den verschiedenen Blogs Rezensionen und Beiträge zu den beiden Kurzgeschichten „How I met your grandfather“ und „Schattenwassser“ lesen.
Hier einmal der Ablaufplan:
Doch vorher hatte ich die Möglichkeit Juliane-Sophie Kayser zu interviewen.

Interview

Hallo Frau Kayser,
vielen Dank, dass Sie für ein Interview zur Verfügung stehen. Da ich einige für mich interessante Fragen habe, möchte ich auch gleich anfangen.

1. Doch als Erstes stellen Sie sich den Lesern doch bitte kurz vor.

Ich bin Juliane Sophie Kayser, eine deutsch-amerikanische Schriftstellerin, die gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation IJM (International Justice Mission) moderne Sklaverei bekämpft. Ich habe ein Kinderbuch auf Deutsch und Englisch geschrieben, „MALCHEN UND DIE VERGESSENE ZEIT“, das Thema bei meiner letzten Blogtour war. Das Hörbuch ist mein Debut für Erwachsene. Im März 2018 kommt „DAS SANDWICHKIND“ bei Autumnus heraus, ein humorvoller, actionreicher Kinder-Krimi, bei dem ein zehnjähriger Junge der Titelheld ist, der sogar von der Mafia gejagt wird. Ich habe viele Lesungen und Signierstunden, außerdem gebe ich Workshops für Kreatives Schreiben für Kinder u.a. in der Stadtbücherei Heidelberg. Ich bin glücklich verheiratet und wir haben drei Kinder.

2. Wie kamen Sie auf die Idee, diese Kurzgeschichten zu schreiben?

HOW I MET YOUR GRANDFATHER … ist eine Geschichte, die ich tatsächlich genau so erlebt habe. Es handelt sich also um eine Geschichte, die das Leben schrieb. Auf den Stoff zu SCHATTENWASSER, NAHE kam ich folgendermaßen. Ich las ein tolles Buch, DIE MUTTER DER HOLOCAUST- KINDER: IRENA SENDLER UND DIE GERETTETEN KINDER AUS DEM WARSCHAUER GHETTO, geschrieben von Anna Mieszkowska. Irena Sendler hat während des zweiten Weltkriegs über 2500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto geschmuggelt. Eine davon schrieb später in ihr Tagebuch: Ich habe dich gehasst für Dein Gutsein, Irena. Immerzu hast Du versucht, mir die Mutter zu ersetzen. Weißt Du denn nicht, dass man eine Mutter nicht ersetzen kann? Diese Stimme hat mich angefixt und hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Das zu lesen war elektrisierend für mich und wurde zum Schreibanlass. Immerzu musste ich diesen Charakter weiterentwickeln …

3. An wen richtet sich die Geschichte? Welche Zielgruppe spricht sie an?

Ich habe begeistertes Feedback bekommen von unterschiedlichsten Leuten, z. T. von vielen Studentinnen und Studenten, aber auch von Menschen aller Altersgruppen bis hin zu Freds Generation. Die Geschichte richtet sich an Menschen, die historisches Interesse haben und auch für Sinnfragen offen sind. Und natürlich sollte man eine Vorliebe für Klassische Musik haben und eben auch für Neues aufgeschlossen sein. Musik und Text gleichzeitig zu performen ist ja noch nicht so weit verbreitet. Neugierde aufs Leben ist eine Voraussetzung, um das Hörbuch zu mögen.

4. In den Kurzgeschichten muss man auch zwischen den Zeilen lesen. Was ist die Hauptaussage der Kurzgeschichten?

Ich interessiere mich ja stets für die Brüche im Leben. Aber noch mehr interessiere ich mich dafür, wie aus unseren Bruchstücken Wunderschönes entsteht, wenn wir nicht mehr versuchen, sie zu verleugnen oder nach außen ein anderes Bild abzugeben als wir innen sind.
Fred ist ein tolles Beispiel für jemanden, der sich mit dem Leben ausgesöhnt hat, obwohl er mit das bitterste Schicksal erfahren hat, das ich kenne.
Ich habe Rückmeldungen von Menschen erhalten, die sagten, meine Erzählungen hätten ihnen Lebensmut gegeben und ich hörte sogar von einer Zuhörerin, die so berührt war nach der Lesung, dass sie erstmalig ihr Schweigen brach zur Nazivergangenheit eines Angehörigen. Sie fragte mich: Woher nehmen Sie den Mut, so große Themen anzupacken?

Hm, also das lässt sich schwer in eine Formel packen, aber nach einer Kernaussage befragt, würde ich sagen: Es lohnt sich genau hinzusehen, auch da, wo es weh tut. Wenn Du dich mit Deiner Vergangenheit aussöhnst, kannst Du auch wieder ganz anders auf Andere zugehen (siehe Fred) oder ins Leben zurückfinden (Rachela-Karolina).
Oder noch knapper: Das Leben ist stärker als der Tod 🙂

Danke für die anregenden Fragen, es hat mir Spaß gemacht, sie zu beantworten.Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen.

Vielen Dank für das Interview und die ausführlichen Antworten!
Meine Rezension zu der Kurzgeschichtensammlung findet ihr in einem separaten Beitrag.
Hier entlang :-).